In den
vergangenen 40 Jahren erfuhren Werra und Weser infolge der
Versalzung eine Degradierung ihrer
Lebensräume, eine Verarmung ihrer Lebensgemeinschaften und damit
verbunden vielfältige Einschränkungen der wasserwirtschaftlichen
Nutzung. Bis heute finden sich im salzbelasteten Abschnitt nur wenige
salztolerante Gewässerorganismen. Diese Arten zeigen saisonale
Massenentwicklungen und unterstreichen ihre Dominanz in einem
Gewässersystem, das unter natürlichen Bedingungen eine große Artenvielfalt
aufweisen würde.
Die
technischen Maßnahmen zur Reduzierung
der Chloridbelastung wurden daher von einem biologischen
Forschungsvorhaben begleitet, um unmittelbar die möglichen positiven
Auswirkungen auf das Ökosystem zu dokumentieren und Prognosen für
zukünftige Entwicklungen aufzustellen. Die Bestandsanalyse verschiedener Organismengruppen dient zusätzlich zum
Messprogramm Weser der
quantitativen und qualitativen Erfassung von Flora und Fauna sowie der
Charakterisierung eines sich verändernden Ökosystems. Wissenschaftlich
begleitet wurde dieses Forschungsvorhaben von einem Fachausschuss beim
Deutschen Verband Wasserwirtschaft und Kulturbau e.V. (DVWK).
In den Jahren 1993 bis 1999 wurden insbesondere in
der Werra, der unteren Fulda sowie der Ober- und Mittelweser
Untersuchungen der
Fischfauna, des
Makrozoobenthos und von
Kieselalgen, Wimpertierchen, Phytoplankton und
Chlorophyll
durchgeführt.