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Gesamt-Phosphor
  Wasserqualität

Phosphor gelangt diffus (über Abschwemmungen) und punktuell (über Abwassereinleitungen) in die Gewässer. Durch den Verzicht auf phosphathaltige Waschmittel und den Ausbau der Kläranlagen mit P-Eliminierung konnte die Belastung aus punktuellen Quellen nachhaltig reduziert werden. Dadurch ist die Bedeutung der diffusen Quellen (hauptsächlich Oberflächenabfluss von landwirtschaftlichen Nutzflächen) deutlich gestiegen. Es ist aber auch bekannt, dass immer noch nahezu ein Drittel der Phosphorfracht über Kläranlagen und urbane Systeme eingetragen wird, obwohl die kommunale Abwasserrichtlinie 91/271/EWG als umgesetzt gilt.

Als überregionales Bewirtschaftungsziel in der FGE Weser wurde ein Orientierungswert von 0,1 mg/l Gesamtphosphor formuliert. Dieser gilt jedoch nicht für die Marschgewässer. Aufgrund ihres natürlicherweise höheren Gehaltes gilt hier ein Orientierungswert von 0,3 mg/l Gesamtphosphor.

Die Darstellung der Gesamtphosphor-Belastung im Längsverlauf zeigt, dass der Orientierungswert von 0,1 mg/l an allen Weser- Messstationen gering bis deutlich überschritten wurde. Die Phosphorwerte stehen im Zusammenhang mit dem Abflussgeschehen. Erhöhte Abflüsse führen durch Erosion zu einem erhöhten Phosphoreintrag von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Jahreszeitliche Abhängigkeiten sind normalerweise nicht stark ausgeprägt. Obwohl im Frühjahr praktisch der gesamte pflanzenverfügbare Phosphor im Wasser, das Ortho-Phosphat, für die einsetzende Biomassenproduktion verbraucht wird, ändert dies wenig an den Gesamtgehalten, da der Phosphor nur umgesetzt wird, aber im gewässerinternen Stoffkreislauf verbleibt. Auffällig ist der starke Einbruch des Gesamtphosphors Anfang Juli an der Station Hemelingen. Üblicherweise ist die Spitze einer Algenblüte, die meist nach einer Periode erhöhter Wassertemperaturen eintritt, zwar durch ein Minimum des Ortho-Phosphats, jedoch nicht des Gesamt-Phosphors gekennzeichnet.

An vielen Stationen des Flächenmessnetzes Weser ist in den letzten 10 Jahren nur noch ein langsamer Rückgang der Gesamt-Phosphorkonzentrationen festzustellen, oft stagnieren die Werte. In einigen Bereichen, vor allem im thüringischen Teil des Werraeinzugsgebietes, ist es unter der Zielrichtung der weiteren Gewässerentlastung notwendig, den Anschlussgrad an kommunale Kläranlagen weiter zu erhöhen. Insgesamt sollte allein aufgrund der großen Eutrophierungsprobleme vor allem in den gestauten Bereichen die Phosphoreliminierung in den Kläranlagen weiter optimiert werden, auch wenn dies teilweise über die Anforderungen der Kommunalabwasserrichtlinie hinausgeht.

Gesamtphosphorbelastung 2010

Gesamtphosphorkonzentration 2010, Hemelingen

 
   

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