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Salzabwasserbelastung
  EG-WRRL

Seit gut 100 Jahren wird im Wesereinzugsgebiet Salz zur Herstellung von Pflanzendüngestoffen abgebaut. Die Produktionsgebiete liegen an der Fulda bei Neuhof, im hessisch-thüringischen Werragebiet und im niedersächsischen Aller-Leine-Gebiet. Bei dem Produktionsprozess fallen in hohem Maße feste und flüssige salzhaltige Abfälle an, weil nur ein Teil des gewonnenen Materials als Wertstoff verwendet werden kann. Daher werden zum Einen große Mengen von Salzabwässern in die Flüsse eingeleitet und schränken die Entwicklung einer gewässertypischen Tier- und Pflanzenwelt erheblich ein. Zum Anderen werden Salzabwässer in Hessen derzeit noch im tieferen Untergrund verpresst. Die Belastung der Weser mit Salz ist hauptsächlich der Kaliindustrie zuzuschreiben. Salzeinleitungen aus anderen Produktionsprozessen, häuslichen Abwässern oder aus der Fläche (z. B. Streusalz) spielen eine untergeordnete Rolle.

Bereits im Vorfeld der Aufstellung des Bewirtschaftungsplans und Maßnahmenprogramms wurden zahlreiche Aktivitäten eingeleitet, um möglichst zeitnah ein wirksames Maßnahmenpaket  zur Verringerung der Salzbelastung zusammenzustellen, abzustimmen und zur Umsetzung zu bringen. Dies sind z. B.
Aufzählung

das Pilotprojekt Werra-Salzabwasser,

Aufzählung

der Runde Tisch "Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion" mit Vertretern der betroffenen Bundesländer, der Landkreise und Kommunen, der K+S KALI GmbH sowie von Umweltverbänden und weiteren Institutionen,

Aufzählung

das Investitionsprogramm zum integrierten Maßnahmenkonzept (IMK) der K+S KALI GmbH mit dem Ziel einer mengenmäßigen Reduzierung der Salzabwässer aus der Kaliproduktion im Werrarevier,

Aufzählung

öffentlich-rechtliche Vereinbarungen der Länder Hessen und Thüringen zur Fortführung der Kaliproduktion bei Sicherung der Anforderungen eines nachhaltigen Umweltschutzes,

Aufzählung

eine Machbarkeitsstudie über Fernleitungen zur Entsorgung der Salzabwässer in verschiedene Regionen.

Die K+S KALI GmbH hat im integrierten Maßnahmenkonzept (IMK) aus dem Jahr 2008 erhebliche Investitionen vorgesehen und mit der neuen Integrierten Salzlaststeuerung (NIS) aus dem Jahr 2009 weitere Maßnahmen angedacht, die zu einer deutlichen Reduzierung der Salzabwassereinleitung in Grund- und Oberflächengewässer bis 2015 führen bzw. führen sollen. Im Ergebnis ist jedoch festzustellen, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen werden, alle Voraussetzungen zur Zielerreichung der Anforderungen der EG-WRRL zu erfüllen. Daher sind weitere erhebliche Anstrengungen notwendig, um das Ziel einer deutlichen Verbesserung des Grundwassers und der betroffenen oberirdischen Fließgewässer zu erreichen.

Grundsätzlich in Frage kommen die nachfolgend aufgezählten Maßnahmen, wobei bei der Maßnahmenauswahl und Festlegung der Bewirtschaftungsziele die ökologischen, ökonomischen und sozialen Belange zu berücksichtigen sind:

Runder Tisch

 
   
1.

Technische Maßnahmen zur mengenmäßigen Reduzierung des Salzabwasseranfalls durch Änderung bzw. Erweiterung der Produktionsverfahren,

2.

Optimierung der Einleiteverfahren (Salzlaststeuerung),

3.

veränderte Strategie der Entsorgung der Rückstände (z. B. standortferne Entsorgung, Verlegung der Einleitestellen).

Diese Maßnahmen benötigen jedoch viel Zeit, bis sie wirken und zu einem guten Zustand der Gewässer führen. Grund hierfür sind einerseits die langen Zeiträume, die für die planerische, rechtliche und technische Durchführung benötigt werden, und andererseits die natürlichen Gegebenheiten, die eine Wirkung der durchgeführten Maßnahmen erst später erkennen lassen. Daher werden für alle von der Salzbelastung betroffenen Grundwasser- und Oberflächenwasserkörper Fristverlängerungen in Anspruch genommen.

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